Die WebCam auf Puan Klent


 

Stand: 07. Oktober 2011

 
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Das heutige Jugenderholungsheim Puan Klent auf Sylt ist auf ein ehemaliges militärisches Barackenlager aus dem 1. Weltkrieg zurückzuführen. Zu dieser Zeit um 1919 war Sylt noch eine weitgehend unerschlossene Insel. Bis 1951 gab es z.B. zwischen Westerland und Hörnum keine andere Verbindung als die Inselbahn, die damals noch Südbahn hieß.
Dr. Knut Ahlborn war von der gesundheitlichen Förderung des Nordseeklimas so überzeugt, dass er 1918/19 nach Unterbringungsmöglichkeiten für unterernährte Kinder und Jugendliche aus Hamburg und der damals noch selbständigen Altona suchte. Da das Barackenlager Groß Vlie (Friesisch: Schwemmland) mit seiner großen Wattwiese besonders für sportliche Aktivitäten geeignet war, erwarb es der Hamburger Jugendverband und begann noch am 1. Oktober 1919 mit den Umbauarbeiten für ein Jugendferienlager. Der Name wurde in Anlehnung an eine nahe gelegene Düne in ?Pauns Klint? (Pauls Kliff) geändert. Daraus wurde 1929/1930 Puan Klent ? unser bis heute geltender Name. Puan war der Sage nach ein Seeräuber, der auf unserem Gelände sein Versteck gehabt hat. Tatsächlich sind Seeräuber um 1425 nachgewiesen.
Die Idee eines Jugendferienlagers trug Früchte, denn voller Begeisterung reiste am 5.Juli 1920 die erste Jugendgruppe an. Wenig später nämlich 1923 traf die erste Schulklasse ein. Die Bausubstanz der Baracken war durch das raue Nordseeklima doch erheblich geschädigt. Eine rege Bautätigkeit setze ein, 1926 wurden das Jungen- und das Mädchenhaus, 1930 das Wirtschaftsgebäude eingeweiht.
1927 gab es eine große Veränderung durch die Fertigstellung des Hindenburgdammes. Damit entfielen die mühsamen Anreisen mit dem Schiff von Hamburg über Helgoland nach Hörnum. Die Bahnfahrt war bequemer und vor allem witterungsunabhängig.
Auch Puan Klent wurde von 1933 bis 1945 gleichgeschaltet. Mit Kriegsbeginn wurde Sylt zum Sperrgebiet erklärt, in Puan Klent hielt das Militär Einzug. Neben der Errichtung von Flakstellungen wurde eine neue Bahntrasse begonnen. Sie diente mit einem Asphaltbelag versehen ab 1951 als erste Straßenverbindung zwischen Hörnum und Westerland.
Nach Kriegsende wurde Puan Klent von britischen Soldaten besetzt. 1945 erhielten insgesamt 200 polnische Zwangsarbeiten und ihre Familien eine vorübergehende Unterkunft in Puan Klent. Bereits im Juni 1946 konnten die ersten Jugendlichen das Heim wieder als Erholungsheim nutzen. Vorübergehend gab es als kostengünstiges Angebot bis 1955 auch ein Zeltlager auf der Wattwiese.
In den 60ziger Jahren erlebte Puan Klent eine intensive Ausbauphase. Tagesräume, die Watthalle, das Personalgebäude und der kleine Esssaal wurden gebaut. 1972 erfolgte die Unterschutzstellung der Rantumer Dünenlandschaft mit Ausnahme des Heimgeländes und seiner Zuwegungen. Zu dieser Zeit wurde auch die neue Landstraße zwischen Hörnum und Westerland in Betrieb genommen. Zum Leidwesen vieler wurde aber auch der Betrieb der Inselbahn eingestellt. Seitdem bewerkstelligen Busse den gesamten Personenverkehr auf der Insel.
1984 erfolgte der Anbau der Sanitärräume an das Jungenhaus, 1993 an das Mädchenhaus. Seither wurden zahlreiche bauliche Maßnahmen zur Anpassung an die veränderten Gästestrukturen und Wünsche realisiert. Zu nennen sind der Umbau des Ostflügels, Küchenumbau, der Heizungsumbau mit Solartechnik, die Grunderneuerung des Gästeflügels, Neugestaltung der Außenflächen. Damit können insbesondere Familien und Kleingruppen besser untergebracht werden. Dies geschieht unter Beachtung des besonderen Flairs Puan Klents, den wir auch zukünftig erhalten wollen.